Die ersten Ballett-Besuche


Mein Mann und ich gehen schon seit 12 Jahren regelmäßig ins Theater, etwa 2-4 Mal pro Monat. Früher habe ich, wenn ich das Wort „Ballett“ in der Repertoire gesehen habe, immer gedacht: „Nee, das ist nicht unser Ding“. Jetzt mache ich Scherze, dass man erwachsen genug sein sollte, um eine Ballett-Vorstellung zu besuchen.

Das Ballet „Tausend und eine Nacht“

Vor Kurzem habe ich aber, für mich selbst unerwartet, mein Interesse daran entdeckt. Als ich an Ballett-Gastvorstellungen von einem als 'akademisch' ausgezeichneten Opern- und Balletttheater gestoßen bin, habe ich die Eintrittskarten für „Tausend und eine Nacht“ gekauft, wie gewöhnlich in der ersten Reihe im Parterre.

Am Tag der Vorstellung habe ich mich wirklich darauf gefreut! Das Orchester hat uns eine schöne Zeit geschenkt und da ich selbst 6 Jahre zwei Musikinstrumente in der Musikschule gespielt habe, kann ich mir vorstellen, wie viel Mühe man sich geben muss, um so gut zu spielen.

Was ich mir dagegen immer noch NICHT vorstellen kann, ist, wie anstrengend und kraftraubend es ist, Ballett zu tanzen! Besonders beeindruckt waren wir von den Männern, die ihre Tanzpartnerinnen so tragen mussten, als ob sie leicht wie eine Feder gewesen wären.

Einige Szenen des Balletts empfand ich als besonders bezaubernd, denn es handelt sich bei „Tausend und eine Nacht“ um den Osten. Die Dekorationen, die Musik, die Tänze — alles war wunderschön!

Besonders gut hat mir der Live-Gesang gefallen. Es schein so, als ob ich durch meine Ohren intensiver beeindruckt werden kann, als durch die Augen. Ich meine, ich bin ja zur Ballett-Vorstellung gekommen, wo man eher etwas sieht, als hört, aber trotzdem hat mich der Gesang am meisten beeindruckt.

Auch war für mich die Tatsache faszinierend, dass man durch den Tanz so gut Gefühle zeigen und vermitteln kann.

Nach der Vorstellung hat der Saal lange applaudiert.

Lustig war, dass die Musiker*innen in dem Orchestergraben darauf fast nicht reagiert haben und sich so benommen haben, als ob sie gedacht hätten, man sehe sie sowieso nicht. Deshalb hat es mich gefreut, dass einige Zuschauerinnen später zum Orchestergraben gekommen sind, um den Musiker*innen zu sagen, wie viel Vergnügen sie uns bereitet haben.

Nach der Aufführung hat mir mein Mann gesagt, es wäre gut, morgen die zweite Ballett-Vorstellung des Theaters zu besuchen. Normalerweise kaufen wir die Theaterkarten einen Monat vor der Veranstaltung. Aber da hatten wir das Glück, die abgegebenen Karten in der 5. Reihe sofort kriegen zu können.

Also hat uns am nächsten Tag noch eine Ballett-Vorstellung erwartet…

Das Ballett „Peer Gynt“

Die zweite Ballett-Vorstellung, die wir besucht haben, war „Peer Gynt“.

Schon die erste Szene, fast ohne Musik, war beeindruckend! Da waren der Bergkönig und seine Tochter in dunkelgrünen Kostümen und schon ihre ersten Bewegungen versprachen eine faszinierende Vorstellung.

Man sagt, in jeder Stadt gibt es ihre eigenen Theater-Traditionen: ob die Zuschauer während der Aufführung applaudieren, ob sie am Ende der Schau beim Applaudieren sofort aufstehen, um die Künstler zu ehren, oder es zuerst im Sitzen tun. Bei uns haben viele Leute nach jeder guten Szene applaudiert. Ich finde, das könnte für die Tänzer*innen störend sein, manchmal konnte ich mich aber auch nicht zurückhalten. Am Ende der Aufführung bin ich aber beim Aufstehen immer die erste.

Bei der Hochzeitsszene gab es für die Zuschauer norwegische Volkstänze in Trachten samt echter norwegischen Musik zu genießen. Übrigens: Diese Ballett-Vorstellung wurde von der norwegischen Regierung beauftragt. Der Ballettdirektor hat den höchsten Preis Norwegens, die „Goldene Rose“, dafür erhalten.

In der Schule hatte ich das Fach namens „Weltkunst“ gehabt, wodurch mir viele Melodien bekannt waren. Ehrlich gesagt, war ich als Schülerin nicht von diesem Fach begeistert. Bevor wir die Theaterkarten gekauft haben, hatte ich gedacht, ich musste mich in der Schule zu viel mit der musikalischen Komposition „Peer Gynt“ beschäftigen, als dass es mir Vergnügen bereiten könnte. Glücklicherweise hat mein Mann nach dem ersten Ballett-Besuch gesagt, dass wir diese Vorstellung auch besuchen sollten. Und bei dieser Aufführung habe ich die Musik von „Peer Gynt“ zum ersten Mal echt genossen!

Als größter Teil der Kulisse hat ein großer Bildschirm fungiert. Auf dem hat man mal Bergen, mal tosendes Meer, mal eine friedliche Landschaft gesehen.

Solveig war wirklich zart, leicht und wirkte fast schwerelos.

Die Balletttänzer*innen waren echt talentvoll und man konnte von ihren Pirouetten und anderen Figuren, deren Namen ich nicht kenne, nur überrascht werden.

Vor Kurzem habe ich gelesen, dass Balletttänzer während der Vorstellung das Gewicht von etwa 2 Tonnen tragen sollen. Und das scheint wahr zu sein!

Die drei Hirtinnen waren auch sehr eindrucksvoll!

Am meisten hat mit aber die Szene in der Höhle des Bergkönigs gefallen! Es war wahnsinnig, unglaublich! Die gleichgehenden Bewegungen der Tänzer*innen, die Musik und die Beleuchtung haben auf mich stark gewirkt! Ich habe Gänsehaut bekommen.

Der Gesang hat mich auch überrascht. Ich glaube, ich war stolz, dass wir Menschen, unsere Spezies, so etwas machen können!

Der Tanz von Anitra und den anderen Mädchen war faszinierend und die Szene der Beraubung effektvoll. Von Zeit zu Zeit hat Peer Gynt seine Solveig wiedergesehen, als eine flüchtige Erinnerung an sein Zuhause und alles Gute, was es in seinem Leben und in ihm selbst gab.

Die arabischen Nomaden mit ihren Tänzen zur rhythmischen afrikanischen Musik und der kompliziert aufgebauten Menschenpyramide haben mir sehr gut gefallen.

Nachdem der tolle (und sehr charismatische!) Bergkönig ihn betrogen hatte, landet Peer Gynt im Irrenhaus, das wirklich erschreckend aussieht. Die Dekorationen dazu — gebundene Seile, die einen Käfig geformt haben, aus dem man sich nicht befreien konnte und die Irren auf den Wänden — waren am eindrucksvollsten und die ganze Szene hat mir den Atem verschlagen. Dabei ist mir durch den Kopf gegangen, wie schwierig es sein muss, unter den Irren vernünftig zu bleiben.

Der Tanz des Wahnsinns endet und nach Solveigs Lied ist Peer Gynt wieder bei klarem Verstand und segelt zur wunderschönen Musik heimwärts…

Am meisten hatte man natürlich dem Bergkönig und seiner Tochter applaudiert, bevor Peer Gynt und Solveig zur Verbeugung hinausgegangen sind.

Das zweite Ballett hat alle unsere Erwartungen übertroffen. Vielleicht hing das damit zusammen, dass es in dieser Vorstellung mehr Massenszenen gab, als in der ersten Aufführung oder dass wir nach der ersten Ballett-Vorstellung unser Interesse am Ballett entdeckt hatten. Nach der zweiten Aufführung wäre ich gerne in eine andere Stadt gefahren, um die beiden Vorstellungen noch einmal zu besuchen.

Ich habe die Videos downgeloadet und sehe sie mir nach einigen Wochen nach den Vorstellungen sehr gerne immer wieder an. Einige Episoden davon haben wir unserem Sohn gezeigt (er ist noch zu klein, um das ganze Ballett-Vorstellung im Theater durchzusitzen) und nach ein paar Minuten hat er uns gezeigt, wie er selbst „Ballett“ tanzen kann. Und sein Spielzeugroboter auch. mosking

Vor einiger Zeit hatte ich den Wunsch geäußert, wieder die Uni, die ich längst abgeschlossen habe, zu besuchen. Und nach ein paar Tagen habe ich erfahren, dass auf der Bühne meiner Uni eine Ballett-Vorstellung „Der Nußknacker“ aus Moskau stattfindet! Natürlich besuchen wir sie. „Der Nußknacker“ scheint das Thema dieses Dezembers zu sein, da wir auch zu dritt mit unserem Sohn ins dramatische Theater zu dieser Aufführung gehen und dieses Märchen auf Russisch und Englisch lesen, damit ihm der Inhalt bekannt ist.

Ich habe auch gedacht, es wäre schön, wenn es das Ballett „Notre Dame de Paris“ gäbe. Und es hat sich herausgestellt, dass es das gibt! Aber vielleicht ist es gut, dass man es nicht in unserer Stadt besuchen kann. Es könnte den Eindruck, den ich vom gleichnamigen Musical hatte, beeinflussen.

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